Gruppenstunde online?

Wie soll das denn gehen – eine Pfadfinder Gruppenstunde online?

Zentrale Bestandteile einer Gruppenstunde sind Spielen, draußen bewegen und Gemeinschaft. Das ist auf Abstand, wenn man sich nicht sehen kann, schwierig. Aber wie uns das JOTA-JOTI zeigt vernetzten sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon lange vor Corona virtuell.

Traue dich und probiere es einfach aus! In diesem Beitrag findest du ein paar Tipps, die dir für den Einstieg helfen können. Sie werden geleitet von den beiden Fragen:

  1. Wie funktioniert das mit der Technik?
  2. Was sollen wir machen in einer digitalen Gruppenstunde?

 

1. Technik: Wie funktioniert das?

Worauf achten bei der Auswahl des Videokonferenz-Tools?

Um eine Gruppenstunde online abzuhalten braucht es natürlich eine Video- oder Telefonkonferenz. Dafür gibt es verschiedene Tools zur Auswahl. Bei den meisten braucht ein*e Organisator*in einen Account, richtet die Konferenz ein und sendet dann einen Link an alle Teilnehmenden. Unterschiede finden sich im Preis und dem Datenschutz aber auch in bestimmten Funktionen, wie Chats, Abstimmungen oder der Möglichkeit sich in Kleingruppen aufzuteilen. Es gibt Tools, bei denen man eine feste Nutzergruppe gründet und alle einen Login brauchen. Bei anderen braucht nur der*die Organisator*in einen Account. Fast alle Tools haben eine App, die man installieren kann. Bei manchen muss jede*r die App installieren. Meine Empfehlung: Überlege dir, was du brauchst und beschäftige dich mit den Optionen. Es gibt diverse Vergleichsartikel. Hier eine Option, sich zu informieren von der Zeitschrift t3n.

Welche Technik brauchen die Gruppenkinder? Können die das?

Die meisten Videokonferenzen funktionieren auf jedem Smartphone. Ein Tablet oder Laptop funktioniert in jedem Fall. Bei (älteren) Computern wird zusätzlich eine Kamera und ein Headset bzw. Mikrofon und Lautsprecher benötigt.

Die Erfahrung zeigt: Die meisten Kinder, die ein Smartphone besitzen, kommen problemlos zurecht. Viele Kinder kennen Videotelefonie. Manche Rover, Pfadis oder sogar Juffis können den Leiter*innen einiges beibringen. Nutzt dieses Potential!

 

Worauf sollte in der Konferenz geachtet werden?

Es gibt ein paar einfache Tricks, wie die Videokonferenz für alle besser abläuft:

  • Ruhige Umgebung und sicheres Internet sind das A und O für eine entspannte Videokonferenz. Suche dir also am besten einen ruhigen Ort mit gutem Wlan. Aus dem Zug wirst weder du, noch die anderen Freude haben 😉
  • Headsets ersparen nervige Rückkopplungen. Häufig funktioniert ein einfaches Handy-Headset.
  • Sich stummschalten: Wenn es laut im Hintergrund ist, kann sich jede*r selbst stummschalten. Bei sehr vielen Menschen in einer Konferenz hilft es, wenn eine Person das Stummschalten übernimmt. Häufig fangen Menschen aber an zu reden und vergessen sich wieder laut zu schalten. Probiert deshalb aus, ob es ohne stummschalten geht. Richtwert: ab 10 Personen ist stummschalten sinnvoll.
  • Video einschalten: In einer Konferenz spricht man erstmal mit einem Bildschirm. Es hilft sehr, wenn alle ihre Videos einschalten. Dann sieht man Reaktionen wie nicken und lachen. Wenn die Internetverbindung nicht so gut ist, ist aber manchmal das Video auszuschalten, die einzige Möglichkeit, den Ton vollständig zu hören. In vielen Tools gibt es die Möglichkeit, dass eine Person „eingehende Videos deaktivieren“ kann. So müssen nicht alle das Bild ausschalten, wenn eine*r schlechte Verbindung hat.

 

2. Gruppenstunde: Was tun beim digitalen Treffen?

Kommen wir zum Kern: der eigentlichen Gruppenstunde – Gemeinschaft, Spielen, Bewegung, gemeinsame Projekte. Das alles geht auch online.

Gemeinschaft

Wie in einer üblichen Gruppenstunde hilft ein Anfangsritual zum Ankommen. Ob ein Lied, ein Gebet, eine Plauderrunde, bei der jede*r etwas aus der Woche erzählt. Das gleiche gilt für den Abschluss. Wenn ihr feste Rituale habt, nehmt sie mit ins Digitale!

Spielen

Viele Spiele lassen sich auch online umsetzen. Hier findest du einige Ideen für Spiele, die sich ohne weitere Programme online spielen lassen. Darüber hinaus gibt es Internetseiten, mit speziellen Spielen. Such doch einfach mal nach deinem Lieblingsspiel.

Bewegung

Wer den ganzen Tag in der Schule (oder im Homeschooling) war braucht Bewegung. Hier ist ein bisschen Kreativität gefragt. Fangen spielen geht natürlich nicht. Aber manche anderen Spiele, bei denen man sich bewegen muss. Oder probiert doch mal einen Tanzworkshop, Yoga oder ein Body-Workout. Anleitungen kannst du von Youtube direkt abspielen. Schöner ist es aber, wenn es jemand vorbereitet (die Ideen können ja von Youtube kommen) und den anderen in der Gruppe erklärt.
Auflockern können auch Bastelaktionen, Experimente oder Plätzchen backen. Schicke den Kindern oder Jugendlichen vorher eine Einkaufsliste oder für ein besonderes Highlight direkt ein Päckchen mit dem Material.

Projekte

Einen Anreiz, wieder zu kommen, bieten gemeinsamen Projekten oder Themen. Überlegt doch mit den Teilnehmenden zusammen, was sie interessiert. Für ein Brainstorming kann die Chat-Funktion genutzt werden. Abstimmungen können per Handzeichen oder Umfrage stattfinden. Gut kann ein Impuls oder eine Aufgabe gestellt werden, mit der sich jede*r beschäftigt und diese werden dann gegenseitig vorgestellt.

Moderation

Wenn du in einem Team leitest, wirst du schnell merken: Es ist viel schwieriger sich nonverbal abzustimmen und durch eine Zeitverzögerung redet man sich schnell ins Wort. Deshalb hilft es, eine Hauptmoderation zu haben: Ein Mensch, der koordiniert, wer wann spricht. Natürlich können sich die Gruppenkinder auch einen imaginären Redeball weitergeben. Dann muss das nur klar angesagt werden. („Wer etwas gesagt hat, sagt wer als nächstes dran ist“) Es kann auch die Funktion „Hand heben“ genutzt werden oder man meldet sich vor der Kamera. Das muss nur jemand im Blick behalten.

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