Gruppen einteilen

Für viele Spiele, Methoden oder Aktionen werden Gruppen gebraucht. Ein immer wiederkehrendes Thema ist damit „Wie werden die Gruppen eingeteilt?“

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten dafür:

  • Die Teilnehmenden teilen selber die Gruppen ein.
  • Die Gruppenleitung legt die Gruppen fest.
  • Es wird dem Zufall überlassen.

Dazu gibt es noch einige Mischformen, zum Beispiel innerhalb von bestimmten festgelegten Kriterien die Teilnehmenden entscheiden zu lassen. Es gibt natürlich nicht die eine beste Methode zur Einteilung von Gruppen. Welche Form geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Überlegungen zu folgenden Punkten sind hilfreich, um sich für eine Variante zu entscheiden:

  • Welchen Zweck haben die Gruppen: Ist es ein Wettkampfspiel, bei dem die Gruppen ähnlich leistungsstark sein sollen? Sollen sich die Gruppen untereinander gut verstehen, sich vielleicht sogar über persönliche Dinge austauschen? Sollen die Teilnehmenden mit anderen in Kontakt gebracht werden?
  • Wie viel Zeit darf für die Gruppeneinteilung verwendet werden? (Verhältnis zur Spiellänge)
  • Gibt es Konflikte in der Gruppe? Werden Einzelne ausgegrenzt oder gibt es Teilnehmende, die nicht in einer Gruppe sein sollten?

Ich beschreibe hier ein paar Methoden, mit denen Gruppen eingeteilt werden können und Vor- und Nachteile aus meiner Erfahrung. Wenn du dir über die Fragen oben im Klaren bist, wird dir die Auswahl der besten Methode sicher leichtfallen.

Die Teilnehmenden suchen selber Gruppen

Es wird angesagt wie viele Personen in einer Gruppe sein sollen. Dann darf sich jeder seine Lieblingsgruppe suchen. Es können Vorgaben, wie „In jeder Gruppe muss ein Junge und ein Mädchen sein“ gemacht werden.
Vorteil: einfach, relativ schnell, wenig Vorbereitung, meist Vertrauen innerhalb der Gruppe
Nachteil: es sind immer die selben in einer Gruppe, teilweise Diskussionen oder einzelne Personen bleiben über und niemand möchte sie in der Gruppe haben (hier hilft Flexibilität in der Gruppengröße), mitunter sehr leistungsverschiedene Gruppen

Hammelsprung

Alle Teilnehmenden gehen vor die Tür. Im Raum werden Stühle in Gruppen gestellt, sodass es für jeden einen Platz gibt. Die Teilnehmenden gehen einzeln nacheinander in den Raum und suchen sich einen Platz. Dabei kann sich jede:r einzeln aussuchen, wo er oder sie sich gerne dazu setzen möchte. Wenn die letzten sich an keinem Platz, der noch frei ist, wohlfühlen, gehen alle noch einmal raus.
Vorteil: Jede:r kann eine Gruppe finden, in der er oder sie sich wohlfühlt und persönliche Dinge besprechen möchte.
Nachteil: Sehr langwierig.

Wählen lassen

So viele Teilnehmende, wie es Gruppen geben soll, gehen nach vorne und dürfen Reihe um immer eine Person in ihre Gruppe bitten.
Vorteil: Wenn die, die wählen aus einer Clique sind: Durchmischte Gruppen, meist relativ ähnlich leistungsstarke Gruppen.
Nachteil: Gefahr, dass immer die Gleichen zuletzt gewählt werden, weil sie unbeliebt sind.

Eine:r teilt ein, der:die andere sucht aus

Zwei Teilnehmende werden nach vorne geholt. Eine:r der Beiden teilt zwei Gruppen ein. Der/die Andere sucht sich aus, in welche Gruppe er/sie haben möchte. Der/die Einteilende muss dann die andere Gruppe nehmen.
Vorteil: Wenn sich die Teilnehmenden kennen sehr faire Gruppen
Nachteil: die anderen Teilnehmenden diskutieren möglicherweise

Die Leitung teilt ein

Als Gruppenleitung legst du (nach einem vorher überlegten Plan) fest, wer mit wem in der Gruppe ist.
Vorteil: schnell, Möglichkeit die Gruppen zu beeinflussen und beliebig zusammenzustellen
Nachteil: Häufig Wiederstand aus der Gruppe, wenn die Gruppe nicht gut ist, ist die Gruppenleitung schuld.

Spiel „Wäscheklammern sortieren“

Hier klicken für die Beschreibung „Wäscheklammern sortieren“.
Vorteil: die Gruppenleitung kann Gruppen festlegen und es wie Zufall wirken lassen, Durchmischung der Teilnehmenden
Nachteil: zeitaufwändig, man muss vorher gut überlegen, worauf man beim Klammern verteilen achtet möchte.

Spiel „Gruppe finden“

Hier klicken für die Beschreibung „Gruppe finden“.
Die Gruppenkarten können zufällig ausgeteilt oder im Vorhinein von der Gruppenleitung bewusst zugeteilt werden.
Vorteil: lustig, Möglichkeit des Beeinflussens durch Gruppenleitung, Durchmischung der Teilnehmenden
Nachteil: zeitaufwändig, möglicherweise schummeln

Spiel „Pärchen finden“

Hier klicken für die Beschreibung „Pärchen finden“.
Für Gruppen mit vier oder sechs Personen können Pärchen in eine Gruppe kommen. Zum Beispiel die ersten die sich gefunden haben und die letzten die sich gefunden haben usw.
Vorteil: lustig, Möglichkeit des Beeinflussens durch Gruppenleitung, Durchmischung der Teilnehmenden
Nachteil: zeitaufwändig, möglicherweise schummeln

Einteilen mit Spielkarten oder Gegenständen

Jede:r Teilnehmende zieht eine Spielkarte. Dann suchen die Teilnehmenden, die anderen mit der gleichen Farbe. Es kann auch nach Gummibärchenfarben, verschiedenen Gegenständen aus einem Beutel… sortiert werden. Es kann nach bestimmten Kriterien bewusst gemischt werden. Zum Beispiel können jeweils die Teilnehmenden einer Altersgruppe aus einem Stapel ziehen um die Altersgruppen durchzumischen.
Vorteil: schnell, Durchmischung der Teilnehmenden
Nachteil: Vorbereitung der Karten/Gegenstände, möglicherweise schummeln

Durchzählen

Der Klassiker zum Schluss: Die Teilnehmenden zählen durch, zum Beispiel für drei Gruppen 1-2-3-1-2-3… Dann finden sich die zusammen, die die gleiche Zahl gesagt haben.
Vorteil: schnell, einfach, Durchmischung
Nachteil: Heimliches Plätze tauschen, manchmal vergessen Leute ihre Zahlen (auf jeden Fall selber die Zahlen sagen lassen!)

Tipp am Ende: Generell bietet es sich an, die Methoden abzuwechseln. Jede Variante ist ein, zwei vielleicht auch dreimal cool und macht Spaß. Aber wenn sich die Gruppe das fünfte Mal nach Tieren sortieren muss, findet sie das meistens doof. Dann ist Abwechslung angesagt.

Bild von: Džoko Stach auf Pixabay